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Andacht

Andacht 17. August 2022

17. August 2022 | Udo Worschech

Andacht 17. August 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken!

Die Bibel berichtet von der Begegnung einer samaritanischen Frau mit Jesus am Brunnen Jakobs. Es war heiß und er bat sie, ihm Wasser zu schöpfen. Sie erschrak vor dieser Bitte, denn allein dass Jesus die Frau aus Samaria angesprochen hatte, war ihm, dem jüdischen Rabbi, untersagt (Joh 4,9). Doch Jesus begegnete ihr offen, unorthodox und vorurteilsfrei. Er kam direkt, fast unverblümt, auf ihre belastete Vergangenheit zu sprechen. Fünf Männer hatte sie gehabt, aber doch keinen Ehemann gefunden, und auch der sechste war nur einer ihrer Geliebten. Sie war weder beleidigt noch zornig über Jesu Direktheit und weil sie blieb und zuhörte, war sie auch offen für das Angebot des „lebendigen Wassers“. Aber sie verstand nicht ganz, was Jesus meinte. Sie wusste zwar von dem lebendig sprudelnden Wasser aus den wenigen Quellen in den Felsen, aber wo befand sich die Quelle mit dem Wasser dieses Rabbis? Was hatte dieses „jüdische“ lebendige Wasser mit ihr und ihren Männern zu tun? Und was war das überhaupt für Wasser, das den Durst für immer löschen konnte? Vielleicht hatte sie bald verstanden, dass Jesus ihren Lebensdurst meinte, den sie bedenken- und rückhaltlos glaubte, an vielen Orten stillen zu müssen. Aber auch nach fünf Beziehungen musste sie erfahren, dass ihr Durst nach Liebe, Geborgenheit und Akzeptanz immer noch vorhanden war. Jesus machte ihr jedoch keine Vorwürfe und verachtete sie nicht. In dieser Geschichte stehen die „Männer“ für alles das, was der Mensch an Wünschen, Erwartungen, Hoffnungen und Begierden nicht nur herbeisehnt, sondern was er auch rücksichtslos ergreift und besitzen will, wonach er jagt und was er fast hemmungslos auslebt. Aus diesem Teufelskreis ist es kaum möglich auszubrechen und oftmals richtet er dazu noch Unheil an. Jesus aber befreit. Er befreit von der rastlosen Suche nach Lebenserfüllung und bietet stattdessen ein Leben „im Geist und in der Wahrheit“. Dadurch kann das lebendige Wasser Jesu nicht nur erlebt werden, man wird für viele selbst zu einer lebendigen Quelle, indem man mehr auf den Nächsten schaut als auf sich selbst; man hilft, begleitet, heilt, stärkt und tröstet in einer Welt, in der Ängste und Abhängigkeiten an der Tagesordnung sind. Wer fordert dich – im übertragenen Sinn – heute auf: „Gib mir zu trinken?“

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